Mittwoch, 10. April 2019

Mittwochsthema: Nicht "wie" transformieren, sondern "warum"?

New Work  - New Life - New World

Wie werden wir 2035 leben, lieben und arbeiten?


Die spannende Frage der Zeit - auch wenn wir diese gerne noch ausblenden - Zukunft war allerdings noch nie so nah wie heute. Das hat nicht nur mit der digitalen Transformation in der Abeitswelt zu tun. Achten wir auf die Zeichen der Zeit, erleben wir täglich kleine und größere Neuerungen, die News überschlagen sich, gleichzeitig bleibt viel beim Alten, weil wir der Fülle nicht Herr werden und vieles einfach nicht durchblicken können. Immer neue Schlagwörter stürzen auf uns ein - wir verstehen vor allem eines: Nichts wird mehr so bleiben wie wir es bisher kannten. Agilität ist gefragt! Anpassungsfähigkeit! Neuausrichtung! Aber worauf? Menschen brauchen Sinn in dem was sie tun, sie ändern sich nicht gerne, alles lief doch ganz gut, oder? 



Noch nie ging Fortschritt so rasant vor sich


Ein derartiger Paradigmenwechsel, wie ihn die digitale Revolution mit sich bringt, gab es in dieser Dimension noch nie. Im Rückblick muten uns die Einführung von Dampfmaschine, Elektrifizierung, Automobil und Telefon eher rührend an im Vergleich mit der Vorstellung, bereits jetzt einen Urlaub auf dem Mars buchen zu können. Und wir schwanken zwischen Faszination und Gruseln: Auf dem neuen Planeten "Digitalis" gibt es eine Menge schwarze Löcher! 

Deutsche Unternehmen nehmen immer mehr Geld für Transformation in die Hand, vergessen wird aber nicht selten, dass es um viel mehr geht als um technische Mobilmachung und IT-Aufrüstung. Eine neue Haltung (digitales Mindset) und visionäre Positionierung im Zeichen des digitalen Wandels tut not - die Transformation findet nicht nur in Bits & Bytes statt, sondern in den Köpfen. Unternehmen, die den digitalen Wandel ernst nehmen, müssen ihn ganzheitlich verstehen - Er erfasst den gesamten Körper: Geschäftsmodell, Führungsprinzipien und Leadership, Management, Organisation, HR und Rekruiting, Kommunikation, Service und Support, Außenwirkung und Performance, gesellschaftliches Engagement - kurz die gesamte Unternehmenskultur.

Noch nie war es so wichtig zu fragen: What for?


Veränderung fällt uns dann schwer, wenn wir nicht wissen, wohin diese führt, was uns auf dem Weg so begegnet. Wenn wir nicht imaginieren können oder schwarz-auf-weiß begründet sehen, welchen Nutzen wir davon haben, welche Risiken wir eingehen. Das macht frösteln und ruft eine diffuse Angst hervor vor etwas was sich nicht greifen lässt. - Auf kalkulierte Risiken können wir uns einlassen. Auf unbekannte eher nicht. Auch ein imaginärer Nutzen ist ebenso schwer be-greifbar, wenn Mut und Begeisterung fehlen.

Unternehmen müssen verstehen, aus welchen Beweggründen sie den Wandel durchführen, damit sie sich selbst und ihre Teams dafür begeistern können. Ohne digitale Vision und wie diese zu konsequenter Weiterentwicklung führt wird es nicht funktionieren. Die Frage ist: Welche Argumente liefert diese Vision und was bedeutet dies für die Zukunft? Innovationsprofis und Transformationsberater, die die Vorbehalte Ihrer Klientel verstehen und ernst nehmen, legen den Fokus tunlichst nicht darauf, wie Unternehmen im Lauf der digitalen Transformation sich wandeln können, sondern warum und weshalb und zu welchem Zweck und Nutzen. 

Gleichzeitig muss die Angst genommen werden, dass alles, was neu ist, auch besser und nachhaltiger sei, und nicht alles, was alt ist, verschwinden muss. Es geht nicht um Kahlschlag - sondern um einen langfristigen, organischen Prozess mit zugegeben rasanter Dynamik. 

Für mehr Klarheit und Transparenz sorgen Fragen wie:

  1. Wo stehen wir jetzt?
  2. Was wollen wir in 3,5 Jahren sein?
  3. Wie agil und transformiert können und wollen wir sein? 
  4. Was macht überhaupt Sinn für uns?
  5. Was soll anders werden, was kann gut so bleiben?
  6. Welchen Nutzen werden wir haben und wie macht sich dieser bemerkbar?
  7. Wie können wir Transformation kontrollierbar, regelmäßig auswertbar und hinterfragbar - ja, auch änderbar - machen?
  8. Wo haben wir selbst noch die Zügel in der Hand, wo nicht?
  9. Welche Bereiche unseres Unternehmens sind betroffen?
  10. Wie können wir hier steuern oder Stopp sagen?

Zu keiner Zeit war die Meinung von außen für Unternehmen so nützlich


Selbstanalyse und Positionsbestimmung ist zu allen Zeiten für Unternehmen und Unternehmer ein regelmäßige Pflichtaufgabe. Dass sie auch zur Kür werden kann, ahnen viele gar nicht - ja, es macht Spaß, sich einmal von außen anzuschauen und zu analysieren. Vor allem dann, wenn man Blicke von außen hinzuzieht - 4 Augen sehen mehr als 2, 8 mehr als 4 ... Moderne Unternehmen fragen heute mehr als jemals ihre Stakeholder in den Prozess der Selbstfindung mit ein. Innovation gedeiht besser unter pluralistischen, diversen und agilen Zusammenhängen. Den Binnenblick mit dem Außenblick paaren - Kunden, Zulieferer, Stakeholder fragen, wie sie das Unternehmen wahrnehmen - was müsste anders sein, was könnte erneuert werden? Agile Unternehmen beziehen ihre Beziehungsgruppen in die Meinungsbildung ein.



Noch nie war es so spannend, sich das Leben in 10, 15, 20 Jahren vorzustellen.






Leben im volldigitalisierten Raum, unterstützt von Künstlicher Intelligenz:


Unser Kühlschrank wird von außen nach den bisherigen Konsumgewohnheiten neu bestückt, wobei er selbst entscheidet, ob er ein Produkt auswechselt oder die Ernährung in eine neue Richtung verlaufen lässt. Ein Roboter räumt die Lebensmittel für uns ein, die ein selbstfahrender Lieferwagen gebracht hat. Essen müssen wir allerdings noch selbst! Doch könnte es passieren, dass wir hier auch nicht mehr autonom sind. Angenommen Sie stehen nachts mit Heißhunger auf Leberwurst (ob es die noch gibt??) in der Küche, die Hand an der durchsichtigen Kühlschranktür, die Leckereien greifbar vor Ihnen, doch eine innere Stimme fragt aus dem Eis: "Passwort bitte!" Schlaftrunken wie Sie sind, haben Sie es nicht parat oder ihr müder Kopf verwechselt es.  Kühlschrank sagt: "No!" Im übrigen hat er längst Ihren Kalorienkonsum des vergangenen Tages gecheckt und für zu hoch befunden - Was für eine traumatische Vorstellung:-))

Was viel zu wenig thematisiert wird:


Wie werden wir - nach erfolgter digitaler Transformation - mit unserer Mitwelt umgehen? Kontakte pflegen, soziales Miteinander haben? Wie werden wir uns beziehen? Wie miteinander kommunizieren? Haben wir noch Sex? Oder lässt sich das auch irgendwie anders lösen?:-)

Fragen, die uns hautnah betreffen, beleuchten wir in der nächsten Folge - Bleiben Sie dran!


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Tags: Digitale Transformation, Agilität, New Work, Künstliche Intelligenz 



Bildnachweise:
Giraffen, Pixabay Sponchia
Kühlschrank: Pixabay, Pexels


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MissWord! - Sigrid Jo Gruners Alter Ego

Sigrid Jo Gruner unterstützt  als "MissWord! Manufaktur für das wirksame Wort" Unternehmen, Organisationen & Freiberufler, Berater & Coaches bei ihrer Marktpositionierung, mit strategischem Branding und individueller Unternehmenskommunikation. 

Schwerpunkte: 
Strategie- & PR-Beratung, Redaktion & Texttuning, Qualitätstext. Lektorat & Buchcoaching. Content für Website,  Video- und Podcast.

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