Sonntag, 2. Februar 2014

Sonntagsthema: Was bist'n du für 'ne Marke??

Manche nennen es Image. Aber eine Marke ist mehr als das - eine Haltung zu sich selbst. 

In einer Zeit, in der das Internet eine zunehmende Gleichschaltung fördert, ist es umso wichtiger, Flagge zu zeigen, Profil, Chuzpe, Charisma - kurz: eine Marke zu werden.

Es gibt sie noch, die Marken-Familienunternehmen mit den berühmten Namen, in denen Gründer-Söhne, -Töchter oder -Enkel - manchmal nach anfänglichem Zögern - die Unternehmens- und Familientradition  fortführen. Familiennamen im Unternehmensclaim bergen einen Vertrauensbonus. Kunden wittern Verlässlichkeit und Verantwortungsgefühl - das stimmt milde und freigebig.

Das Image inhabergeführter Unternehmen und Inhabermarken wie Porsche, Hipp oder Fielmann korreliert eng mit der gesellschaftlichen und sozialen Performance der Inhaber. Pro oder Contra, Geschäftserfolg oder Reputationsbeschädigung hängen davon ab. Inhaber sind also das Fleisch, aus dem die Marke wächst und daher gut beraten, die eigenen Wertvorstellungen und Sinn-Begriffe in die Markenführung einzubringen (soweit vorhanden :-)) Der eigene Markenwert wird zum Indikator für wirtschaftliche Dimension.
Die Wirtschaftswoche bringt es auf den Punkt: "Der Unternehmer ist die Marke", nicht das Produkt.* 

Was macht einen erfolgreichen Inhaber aus?


Der "schiere Drang nach Größe" ist es offenbar nicht, den wirklich erfolgreiche Unternehmer verspüren. DM-Chef Götz Werner etwa will nach eigenem Bekunden "die Gesellschaft verändern, die Welt ein stückweit beeinflussen". Hier scheint als Unterfütterung eine anthroposophische Weltanschauung auf, hier regieren humanistische Ziele, respektvolle Menschenführung. Hier werden  Freiräume geschaffen für Mitarbeiter und Kunden (und wenn es nur die großzügig bemessenen breiten Ladengänge sind, in denen sich Kauflustige zwischen den maßvoll gefüllten Regalen nicht bedrängt und abgezockt, sondern wohl fühlen). Was sie entsprechend honorieren.  


Jeder ist eine Marke


Besser: Jeder kann zur Marke werden. Gerade Freiberufler und Einzelunternehmen müssen ihrem Unternehmen eine persönliche Note geben. Sie sind ihr Business ohne Wenn und Aber, sie prägen das Branding. Mit allen Ecken und Kanten und brillanten Facetten. Angepasstheit aus mangelndem Mut, Sich-Weg-Ducken und Angst auch mal anzuecken helfen hier nicht weiter. Zu einer Marke gehört: sich zeigen und klar sichtbar machen, offensiv sein, ohne zu verletzen, klar Position beziehen, die Dinge beim Namen nennen, Haltung bewahren, auch mal sich allein und abgehoben fühlen. Nur Mut!

Eine achtsame Außenrepräsentation hat zwar relativ wenig mit Werbung zu tun, doch Werbe-Slogans können ganz schön verräterisch sein. Was gefällt Ihnen besser: "Geiz ist geil" oder "Hier bin ich Mensch, hier darf ich's sein"? Keine Frage: Der erste peilt die niederen Triebe an, die mehr oder weniger in uns schlummern und bedeutet schlichtweg: Profitgier. Er sagt: "Kauf endlich, du Trottel!". Der zweite sieht im Kunden den Mitmenschen, der mit Respekt und Verständnis behandelt werden will. Seine Aussage: "Wir sitzen beide in einem Boot. Lass es uns gemeinsam rudern." 

Bei wem geben Sie lieber Ihr redlich verdientes Geld aus?


Meiner bescheidenen Meinung lebt es sich leichter, wenn man bei den Richtigen gut ankommt anstatt bei keinem richtig. Daher besser regelmäßig die Position und die Visability auf dem Markt überprüfen - am wirksamsten funktioniert's gemeinsam mit einem Strategieberater - und checken, ob Sie sich mit ihnen noch wohl fühlen. Das kann unaufwändig, unaufgeregt und unkompliziert von sich gehen. Und tatsächlich auch viel Spaß machen, wenn Sie wie ein Goldgräber im Tiefen schürfen und kleine Goldfunken Ihnen entgegenstrahlen.

Im Vorfeld der Positionierungsberatung erhalten Sie gezielt auf Sie abgestimmte Fragen, im Meeting werden diese gemeinsam ergründet, beantwortet und geklärt, ausgebaut und erweitert, im Nachgang gibt's ein Dossier mit Ergebnissen und Vorschlägen (für das Corporate Wording, für Eigen-PR, Kommunikationsmaßnahmen und Zielgruppenansprache). 

Gemeinsam geht's leichter - denn schließlich rühren wir alle in der eigenen Suppe, die man sich auszulöffeln nicht traut. Ein externer Blick hat wohlwollend-kritische Distanz und die Traute auch mal "heiße Eisen" anzufassen, Knackpunkte anzupieksen und die Dinge beim Namen zu nennen. Alles, was sich in schöner Gewohnheit bereits eingeschliffen hat, wird hinterfragt und nach Notwendigkeit aufgebrochen. 

Eine Häutung der ganz besonderen Art! Seien Sie neugierig und gespannt - aber auch mutig, denn es kann passieren, dass Sie sich hinterher nicht mehr wieder erkennen:-)



http://www.wiwo.de/unternehmen/handel/best-brands-awards-goetz-werner-ist-die-beste-unternehmermarke/7740346.html

Fotonachweis:
Brodie Vissers, M017UTM4CH  Stocksnap.io 
Sophie Schollmann, O5BH5U9KJ8 Stocksnap.io



Missword! - das alter ego von Sigrid Jo Gruner - Foto Thinkstock


Sigrid Jo Gruner  unterstützt als "MissWord! (www.missword.de) Redaktionsbüro für strategische Kommunikation" Unternehmen und Selbstständige bei ihrer Positionierung und Unternehmenskommunikation. Schwerpunkte: Strategische Beratung, Konzeption & Redaktion, PR- & Magazintext, Web-Content, E-Book & Corporate Book. Und 24-jährige Erfahrung.

Schwerpunktthemen: Alles was gut schmeckt, schön aussieht, sinnvoll ist & glücklich macht. Gesellschaftspolitische und Zeitthemen, komplexes B2B, Food, Travel, LifeBalance, Branding, Persönlichkeitsentwicklung.



Samstag, 1. Februar 2014

Aufgespießt: Was ist eigentlich ein guter Text?


Ein guter Text ist wie ein alter Barolo - er hat Nachhall und Abgang

Das kennen wir alle. Wenn man ein Buch nicht aus der Hand legen können, obwohl es Zeit zur Nachtruhe wäre, wenn man sich nach dem Lesen eines Artikels im Innern berührt fühlt, wenn man sich noch lange danach an das Gefühl erinnert, das einen überfiel, an Einzelheiten und Details, wenn man (vielleicht auch erst später) feststellt, dass der Text zum Handeln motiviert hat, wenn ein feiner Geschmack auf der Zunge zurück bleibt und eine Emotion im Innern – ein guter Text ist ein Text, der verändert.

Jetzt wäre es mal an der Zeit, ein paar schlaue Worte berühmter Geister zu zitieren - aber keine Panik, ich werde mich kurz fassen -  Dabei fällt mir ein:  So stand es vor vielen Jahrzehnten in den postgelben Telefonzellen, als diese genau wie die Telefonanschlüsse noch rar waren und die Menschen vor allem abends Schlange standen, um ihre Lieben anzurufen: "Fasse dich kurz!" Ein Slogan, der den Wandel der Zeit aufs Schönste dokumentiert, denn heute würde er der Telekom nicht im Traum einfallen - und auf allen Ebenen und Medienplattformen, vor allem den sozialen, wird geschwafelt was das Zeug hält. Aber die quietschgelben Telefonzellen sind beinahe ausgerottet.


Goethe passt immer - irgendwie: „Schreiben ist geschäftiger Müßiggang!“
Oder hat Wilhelm Busch Recht? „Oft ist das Denken schwer, indes, das Schreiben geht auch ohne es!“
Halten wir es mit Thomas Mann: "Wir finden in den Büchern allemal nur zu uns selbst." 





Mittwoch, 29. Januar 2014

Was würden Sie mit 15,5 Mio. Lottogewinn anstellen?

Es gibt Beispiele von glücklichen Gewinnern, die erschrocken ob der gewaltigen Summe erst mal eine Menge davon spendeten. Danach war ihnen wohler! Sie wussten wohl um die kleinen Freuden, die glücklich und die großen Verführungen, die unglücklich machen können.

Andere fahren zum Nordpol, mieten sich ein Iglu und fotografieren fortan nur noch Pinguine. Und machen mit den Fotos viel Geld. Wieder andere kaufen sich den lange ersehnten Ferrari mit allem Pipapo und der exklusiven Blonden obendrein und fahren früher oder später an einen Baum.

Eine 80-jährige Schweizerin soll gerade im Auto unterwegs gewesen sein, als man sie anrief und ihr den Gewinn von 4,8 Mio. Franken mitteilte. Sie änderte stracks ihre Route und gönnte sich im besten Einrichtungshaus der Stadt eine brandneue Wohnungseinrichtung. "Im Altersheim ist es fad. Da wollte ich eh immer weg. Und meinen neuen Freund, den nehm ich auch mit!" soll sie gesagt haben.

Da traf es doch endlich einmal die richtige!


Sonntag, 26. Januar 2014

Sonntagsthema: Stehaufmännchen oder Schlappmacher?

Wann haben Sie Ihre letzte Katastrophe erlebt?

Katastrophen generieren Opfer. Opfer erleben Traumatisierungen oder Blockaden. Einige mehr, andere weniger. Einige können sie nie mehr abstreifen, andere  leben nach einer gewissen Verarbeitungsphase wieder wie vorher. Es muss kein Schiffsuntergang oder Eisenbahnzusammenstoß, Sprengstoffattentat, Bürgerkrieg oder Geiselnahme sein - das Leben hat eine Menge weniger dramatischer Ereignisse für uns parat, die lange und stark nachwirken können. Trennungen, Scheidungen, Verluste, berufliches Scheitern, Mobbing .. allesamt mittlere bis gewaltige Erdstöße für die Seele. 

Warum stehen die einen rasch wieder auf, wenn sie k.o. geschlagen wurden? Manche nur mit Mühe und andere wiederum bleiben liegen?

Der Begriff Resilienz hat Konjunktur. In stark fordernden Zeiten (aber welche Zeit war das nicht?) und bei einem solch hohen Veränderungstempo ist Widerstandskraft im persönlichen, beruflichen und sozial-gesellschaftlichen Kontext ein guter Puffer für Seele und Körper. Resilienz kann man entwickeln, stärken und trainieren. 

Starke emotionale Rückhalte in der Kindheit zu wenigstens einem erwachsenen Vorbild (muss nicht zwangsläufig ein Elternteil sein), das ein aktives selbstbestimmtes Leben vorlebte, fördern Widerstandskraft. Die frühe Übernahme von Verantwortung tut ein weiteres. Veranlagungen wie Intelligenz, Empathie, abstraktes Denkvermögen, Reflexionsfähigkeit sind vorteilhaft.

"Warum ich? Warum passiert das gerade mir?" 

Ganz falscher Ansatz. Das bedeutet Verharren in der Opferrolle. Und die ist keinem zu wünschen!

Als Erwachsener sind eine positive Sicht auf das Leben, die Bereitschaft zu Wechsel und Veränderung und die Gelassenheit, mit Wechselfällen umzugehen ein starkes Konto für Resilienz. Missliche Lebenssituationen annehmen zu können anstatt dagegen anzukämpfen und die Bereitschaft, der jeweiligen Lebenssituation einen Sinn abzuringen, auch. Resiliente Menschen suchen aktiv nach Lösungen aus der Bredouille. Schuldzuweisungen gehen sie aus dem Weg, sie sehen auch ihren Anteil an der Krise und suchen Menschen, die mit Rat und Tat weiterhelfen. Sie outen sich auch mal als hilfsbedürftig und nehmen Hilfe an. Und sie erleben: Das macht sie nicht schwächer, sondern stärker.

Was uns stark macht

Offenbar sind Gelassenheit, Hartnäckigkeit, Mut zur Veränderung und die Kraft, Ziele im Blick zu behalten beste Voraussetzungen, nach Krisen rasch wieder auf die Beine zu kommen. Denn Krisen - ach ja, ein Gemeinplatz - sind tatsächlich Chancen. Resiliente Menschen sehen im Schlechten auch den Keim des Guten. Sie gehen öfters mal nach innen und sortieren ihre Gefühle. Gleichzeitig wissen sie, das sie in der Lebenshektik sich selbst und ihre Bedürfnisse nicht aus den Augen verlieren dürfen. Daher sorgen sie gut für sich selbst und warten nicht darauf, bis dies jemand anderes für sie tut. Dazu gehören auch Bewegung, Entspannung, Erholung Auszeiten, Ruhephasen, den Brunnen füllen, Gefühle ausleben, die kleinen grauen Zellen aktivieren.

Dranbleiben - aber möglichst entspannt und mit einem inneren Wissen, das uns mit Instinkt und Intuition jeden Tag ein Stückchen weiterbringt. Das macht stark, auch wenn wir verletzlich bleiben. Je früher man diese Erkenntnis verinnerlicht, desto besser.


Mehr dazu?

hier zum Beispiel:


http://www.heiterundgelassen.de/2010/12/resilienz-8-faktoren-seelischer-widerstandskraft-in-schwierigen-zeiten/

http://www.stehaufmenschen.de/stehauf-menschen.html







Freitag, 24. Januar 2014

Und die Länge ist eben doch wichtig ...


.. bei der Banane.  Lt. EU-Norm muss die geliebte Gelbe ein Gardemaß von 20 cm aufweisen!

Die Banane ist zwar nicht gerade eine berühmte Schönheit, aber sie hat Schönheiten berühmt gemacht. Sängerin Josephine Baker stieg 1927 mit ihrem für damalige Gemüter aufreizenden Bananenröckchen in den Pariser "Folies Bergères" in die Weltklasse auf. 

Bananen galten und gelten als der Inbegriff einer exotischer oder Südfrucht, obwohl sie längst und beinahe inflationär in unseren Marktkiepen heimisch geworden sind. Sie sind auch ein Politikum - in den Wohlstandsjahren des Nachkriegsdeutschland waren Südfrüchte ein Symbol des "Wir sind wieder wer" und "Wir können uns wieder was leisten!"-Gefühls und in der Nachwendezeit gab es in den neuen Bundesländern einen immensen, von Sehnsucht überhöhten Nachholbedarf zu stillen. Der Westen hatte die Bananen, der Osten das Nachsehen - was die krumme Frucht anging. Kein zufriedenes Baby ohne Bananenbrei, Bananensplit war jahrzehntelang neben Fürst Pückler und Birne Helene zum Abschluss eines Festessens in aller Munde. Die Banane machte sich unentbehrlich als Reiseproviant und wenn der kleine Hunger kam. Heute wird sie zwar in der exotischen Ausstrahlung von Acai, Kumquat oder Tamerinde überholt, aber ihr Beliebtheitsgrad ist unerreicht. 

Und weil's so schön gesund ist - mein aktueller Beitrag für die Kulinarikszene: Exotische Früchte für den Hobbykoch (Text: MissWord!)

Mittwoch, 22. Januar 2014

Mittwochssuppe: Ayurvedisches Huhn mit Kochbanane

Heute ist Mittwoch, heute gibt's Suppe!

Schmuddelwetter! Bei erstem Hüsteln und Halskratzen ist eine selbstgemachte Hühnersuppe die wahre Wonne - sie killt Bakterien und Viren und löst die Schleimhäute - aber unbedingt homemade muss sie sein. Nix aus Dose oder Babygläschen. Dann noch in eine warme Stube gesetzt, vor einen bullernden Kaminofen, mit einem dicken Schal um den kratzigen Hals und den Kopf an die kuschelige Schulter eines lieben Menschen gelegt - und die Erkältung macht sich davon.

In der ayurvedischen Heilkunde sagt man, dass innere und äußere Wärme die Körperkanäle öffne und intensive Reinigungsprozesse in Gang setze. Daher kochen wir heute:

Ayurvedische Hühnersuppe mit Kochbanane

Koch-, Gemüse- oder Mehlbananen (auch: Pisangfeige) sind eine andere Spezies als unsere gewohnten "Chiquitas", kleiner, schmaler, weicher, aromatischer. Roh sollten sie nur vollreif (erkennbar an der schwarzen Schale) verzehrt werden. Bei uns finden sie noch zu selten den Weg in den Einkaufskorb.

Wir brauchen:

4 Bio-Hühnerkeulen, 1,5 EL Ghee, 2 reife Kochbananen, 2 Zwiebeln, 0,5 cm Ingwerwurzel, 2-3 TL Currymischung aus 3 Teilen Koriandersaat, 6 Teilen gem. Kumin, 3 Teilen gehackten roten getrockneten Chilies, 2 Teilen getrockneten Curryblättern, 1/2 Teil Bockshornsamen (im Asia-Laden auch als Mix zu erhalten, aber besser wäre frisch zusammengestellt), Salz, Prise Zucker, Pfeffer, Saft von 2 Limonen, 250 ml dünne Kokosmilch (Dose oder frisch aus Kokosraspeln selbst gemacht'), 1 L gute Hühnerbrühe (keine Brühwürfel).

So geht's:

1 Hühnerkeulen am Gelenk durchtrennen, in heißem Ghee kräftig von allen Seiten anbräunen.

2 Gewürfelte Kochbananen mitbraten, danach Ingwer gehackt und die Zwiebeln in Streifen hineinrühren. Curry darüberstreuen und unter Rühren mitbraten, salzen, zuckern.

3 Limonensaft und Kokosmilch zufügen, gründlich verrühren, mit der heißen Hühnerbrühe auffüllen, alles 20 bis 30 Minuten köcheln lassen.

4 Sobald das Fleisch gar ist, Hühnchenschenkel aus der Suppe nehmen, die Unterkeulen beiseite legen und warm halten. Die anderen vier Teile auslösen, Fleisch zurück in die Brühe geben. Alles mit einem Quirl/Mixer fein pürieren.

5 Mit Salz, Peffer, Curry, Zitronenabrieb abschmecken, Hühnerkeulen in die Suppe zurückgeben, mit frischen Kardamonblättern bestreuen.

Empfohlen wird das feine Süppchen für Vata- und Pitta-Typen, weniger für Kapha-Typen.

Gazelle, Tiger oder Elefant?

Vata - Typ: Feingliedriger Körperbau, Leichtgewicht, feine Haare, leichter Schlaf, kaltes Wetter verabscheut er, aktiv und schnell reizbar, gesellig und leicht verstimmt. Das Sinnbild aus der Tierwelt - die Gazelle.

Pitta - Mittlerer Körperbau, gut proportioniert, guter Appetit, vom Temperament eher moderat, neigt zur Sturheit, mag keinen Zeitdruck. Infektanfüllig. Sinnbild aus der Tierwelt - der Tiger.

Kapha - kräftig bis schwerer Körperbau, kräftiges Haar, tolles Gedächtnis, ruhig, ausgeglichen, liebt den Schlaf und weniger die Veränderung. Neigt zu Bronchitis, Asthma, Allergien. Tierisches Sinnbild - der Elephant.

Den Typ in Reinform wird es wohl selten geben, die meisten Menschen sind Mischformen - Gott sei Dank!

Mehr dazu in:
Elisabeth Füngers, Ayurveda, das Kochbuch. Südwest Verlag


Sonntag, 19. Januar 2014

Sonntagsthema: Killt sie, die negativen Glaubensmuster!


Sie kennen das? – Sie stolpern morgens direkt über Nachbar Herbert, der Ihr „Schönen guten Morgen“ mit einem geknurrten „Ach, Sie schon wieder!“ beantwortet. Trottel, denken Sie, aber Ihre Stimmung ist angeknackst. Im Büro angekommen teilt Ihnen Kollege Fritz ungefragt mit: „Du, ich hab mich anderweitig beworben. Eine Superstelle!“ Fühlen Sie sich jetzt schlechter als vorher? Hatten Sie Fritz nicht immer so eingeschätzt, dass er keinerlei Ehrgeiz besitzt? Sie können nicht anderes, intuitiv raten Sie ihm ab: „Hier weißt du wenigstens was du hast. In einer anderen Firma kann es noch viel schlimmer sein!“ Abends meint Ihre Sara: "Wollen wir im Urlaub nicht mal nach Sylt?" Nee, denken Sie sofort, das ist doch ätzend Schick-Micki. Dass Ihre Frau so was mag...!? Sara insistiert, Sie ziehen sich in die Schmollecke zurück.

Was läuft hier ab? Man sieht die Welt so wie unsere Binnenoptik sie spiegelt. Blitzschnell setzt Kopfkino antrainierte Denkmuster, anerzogene oder selbst erworbene Glaubenssätze und Automatismen in unseren Gehirnwindungen in Gang. Sie machen unser Leben zwar irjenswie leichter, uns aber auch dogmatischer und unflexibler. Und – unter Umständen – auch unglücklicher!

Göttlich kindlich

Der Mensch ist per se wenig veränderungsaffin – Routine hilft über den Tag, Riten durch das ganze Leben, Konventionen und Verhaltensmuster bestimmen Kommunikation und Miteinander. Das schränkt den Horizont ein und verengt die Wahrnehmungsfähigkeit. „Wer bisst’n du? .. mag nicht Banane, will Apfel .. Susanne ist doof ..Guck mal, sooo rote Haare .. Warum hat der Mann da so einen Bauch ..?“ Kleinkinder gucken der Welt genau ins Auge, wählen sich Lieblingsnahrungsmittel nach einem noch genial funktionierenden Instinkt aus und posaunen in seliger Naivität hinaus, was ihnen gerade durch den Kopf fliegt. Sie wägen nicht ab, selektieren und zensieren nicht im Voraus.

Einmal wieder wie ein Kind ganz ungestraft Dinge sagen und denken dürfen, die man keinem inneren Bewertungsprozess unterzogen hat, fühlt sich für Erwachsene genauso verführerisch wie gefährlich an. Die Äußerungen anderer vorurteilsfrei und ohne vorangegangene Eigeninterpretation anzunehmen -  ebenso. Natürlich richten sich Menschen mehr oder weniger nach einem allgemein gültigen Verhaltenskodex, in ihrem gesellschaftlichen, familiären oder sozialem Umgang. Ohne diesen wäre Chaos. Aber mit ihm geht Ursprünglichkeit verloren.

Verkrustete Erfahrungen, Traumata, eingefahrene Bewertungen, Vorurteile, zementierte Interpretationen, Negativ-Erwartungen hindern uns an dieser kindlichen Weltwahrnehmung und erschweren einen wertfreien Umgang. Eigene latente Ängste, Vorbehalte und Blockaden übertragen wir unbewusst auf externe Situationen und interpretieren auch die Äußerungen unserer Mitmenschen vor dieser Folie – menschlich, aber einer natürlichen Kommunikation nicht wirklich förderlich.

Eine kleine innere Revolution wagen - Denkmuster aufbrechen, Emotionen hinterfragen!

Erfahrungen sind ein wichtiger Schutzmechanismus. Aber sie können auch blockieren. Dabei haben wir eine wunderbare Gabe: Die Welt so zu sehen, wie sie sich für uns als die Beste aller Welten darstellt. Kindlich-naiv, wenn man so will. Sich dieser neuen Sicht zu stellen, kann auch der Anfang einer neuen Freundschaft mit sich selbst sein! Und die führt zwangsläufig – ob man will oder nicht – zu neuer Lebensfreude und zu einem erweiterten Gestaltungsspielraum.

Alles hat eben doch seine (wenigstens) zwei Seiten. Betrachtet man Gefühlszustände einmal von einer wertfreien Warte, stellt man überrascht fest, dass Wut ein tolles Instrument ist, um Grenzen zu setzen, Dinge zu verändern und eigenverantwortlich zu handeln, Zorn (potenzierte Wut) die Gabe der Befreiung beinhaltet oder Groll (konservierte Wut) die der Ausdauer und der Kampfkraft. Entkleidet man diese Gefühle ihres Schutzmäntelchens, kommen Qualitäten zu Tage, die uns in der Kommunikation mit anderen in Stückchen weiser, authentischer und liebens-würdiger machen können.

Zum Teufel mit den negativen Glaubenssätzen!



BuchTipp:
Angela Dietz: Gesundes Kommunizieren
http://www.businessvillage.de/Wie-man-sich-taeuschen-kann/mag-1338.html

Samstag, 18. Januar 2014

Das Sensibelchen unter den Mehlspeisen ..?

Samstag gibt's was Besonderes - Schaumschläger an den Herd!

Das Soufflé gilt als Schrecken der Küchenlehrlinge - und als das Entzücken der Feinschmecker. 

Es muss keineswegs immer süß auf den Tisch kommen - gerade die herzhaften Soufflés mit Hummer, Käse und Lachs lassen das Gourmetherz schneller schlagen.  

Mehr dazu aus meiner Feder, Hintergründe und Rezepte ..

Freitag, 17. Januar 2014

Sound of January

Alle Welt fragt sich, wo der Winter bleibt.

Hier ist er - fulminant! http://www.youtube.com/watch?v=vUKEED3CIxA

Mittwoch, 15. Januar 2014

Die Mittwochssuppe: Kürbis küsst Mango

Heute ist Mittwoch, heute gib's Suppe.

Kürbissuppen-Rezepte haben Sie schon bis zum Überfluss gelesen und/oder nachgekocht? - Aber vielleicht ist diese Version doch neu auf Ihrem Herd.

Kürbis küsst Mango
Der Aufheizer im Winter 

Manche mögen's rot - Kombiniert wird der ziegelrote Rappelkopf mit violetten Mohrrüben, feuerrotem Chili, Blutorangen und Tomaten.

Wir brauchen:

1/2 reifen Hokkaido-Kürbis
1 - 2 reife, aber nicht überreife Mangos
3-4 schwarze Möhren
2 Kartoffeln
1 scharfe rote Chilischote
0,5 cm Ingwer
2 fleischige Tomaten
Frischen Thymian, Rosmarin, Lorbeerblatt

1/2 Zitrone, 1 saftige Blutorange, etwas Bio-Zitronen-Abrieb

50 g milden Schafsweichkäse
Curry, Kardamom, Kurkuma nach Geschmack
Salz, Pfeffer, evtl. Spritzer Ahornsirup
30 g Kokosöl

1 Glas nicht zu trockenen Weißwein
1/8-1/3 L Gemüsebrühe
100 ml Reis-Kokosmilch

So geht's:

1  Kürbis waschen, entkernen, vierteln, in Würfel schneiden (mit Schale), Chili-Schote klein schneiden (ohne Kerne), Ingwer schälen und hacken, Kartoffeln fein würfeln, Möhren schälen und in feine Ringe schneiden, Tomaten die Haut abziehen und würfeln.

2 Kokosöl (ist ja eher eine Creme) schmelzen lassen und erhitzen, die vorbereiteten Gemüse (ausgenommen die Tomaten) darin kräftig anschwitzen und dabei rühren.  Frische Kräuter einlegen, etwas Kardamon mit schmoren.

3 Mit Weißwein und Zitronensaft angießen, sanft weiter schmoren. Die gehackten Tomaten zufügen, die Hälfte der Gemüsebrühe auffüllen.

4 Wenn das Gemüse gar, aber nicht zu weich ist, Blutorangensaft, Bio-Zitronenabrieb und Kokosmilch einrühren. Aufkochen. Schafskäse darin schmelzen lassen.

5 Würzen nach gewünschtem Schärfegrad. Lorbeer und Kräuterzweige herausfischen.

6 Wer's glatt und geschmeidig mag, püriert. Aber schöner ist es, die Vielfalt der Gemüse optisch beizubehalten.

7 Die Mangos entkernen, Fleisch vom Kern lösen, mit Orangensaft pürieren.

8 Suppe in vorgewärmte tiefe Teller füllen, das Mangopüree pikant abschmecken und dazu servieren. Knuspriges Sesamfladenbrot ist ein kongenialer Begleiter.

Hinweis:

Die Mengenangaben sind variabel, je nach Flüssigkeitsmenge wird's eher eine Suppe oder ein Eintopf. Verantwortlich für den tiefroten, samtweichen Farbton ist neben Kürbis und Tomate vor allem der lilafarbene Pflanzenstoff Anthocycan, der auch dunklen Beeren, Auberginen und Trauben zu einer Knaller-Farbe verhilft.

Übrigens: Je kräftiger in der Farbe, desto mehr antioxidative Wirkung!

Schwarze, lila und violette Karotten hielten schon die Steinzeitmenschen stark und gesund, erst im 17. Jahrhundert veränderten holländische Züchter die Farbe ins Orangerote, seit den 1980er Jahren ist die Ur-Karotte wieder im Kommen! Sie ist eine kleine Geschmacksbombe, nicht nur gesünder, sondern auch aromatischer, saftiger und nährstoffreicher als die orangerote Artgenossin. Unbedingt zugreifen, wenn sie in der Marktschippe vor Ihnen liegt.

Dann mal das (feine japanische) Messer gewetzt! 

Übrigens: Auf MissWord! können Sie hinterlassen, welche Themen Sie auf dem Blog lesen wollen.