Mittwoch, 26. August 2015

Mittwochssuppe: Pilzsuppe MissMarple

Heute ist Mittwoch, heute gibt's Suppe!

Agatha Christie hat sie in ihrem 59. (!) Kriminalroman "16 Uhr 50 ab Paddington" verewigt, die Pilzsuppe mit der mordmäßigen Aura. Allerdings trug sie nicht - wie man vielleicht mutmaßen könnte - zum Ableben einer oder mehrerer Personen bei,  das erledigte schon eine tüchtige Prise Arsen. Zu unserer Zutatenliste gehört diese allerdings nicht. Aber wäre eine Option, wenn ... ;-)


Diese köstliche Pilzcrème ist eine geschmackvolle Randnotiz, die es in sich hat, und die am Familientisch der Crackenthorps auf Gut Rutherford Hall - allesamt reichlich schrullige Typen - einer "Gebratenen Ente mit Reis" vorausging. Der Reis kommt bei uns in Form von Risoni-Pasta in die Suppe. Die Ente müssen wir uns imaginieren. Dass die Heldin Miss Marple in der Camouflage der Haushälterin den Fall löst, liegt auf der Hand. Dass sie den Heiratsantrag des alten Lords am Ende ausschlägt, hat seine eigene Komik.

So allmählich senkt sich ja die Sommersonne zum Herbst hin, längst sind die Pfifferlinge aus Osteuropa da, die von manchen Genießern aber links liegen gelassen werden, weil sie an strahlende Vergangenheiten erinnern. Aber auch aus den heimischen Wäldern wehen uns moosig-nussige Aromen an. Wer jetzt unter den putzigen, nicht selten riskanten Bodengeschöpfen zwischen den Braven und Bösen unterscheiden kann, hat leicht lachen .. ähh.. löffeln. 


Pilzsuppe Miss Marple


Wir benötigen:

90 g Butter oder Ghee (Butterschmalz), 2 Knoblauchzehen, 2 Gemüsezwiebeln, 500 g Mischpilze oder Egerlinge, 1,5 l starke Hühnerbrühe (möglichst selbst gemacht), 125 g Risoni (reisförmige Pasta), 4 cl trockenen Sherry, 300 ml Sahne, frische Kräuter (Petersilie, Kresse, Koriander), frischen Pfeffer, Steinsalz, ggfs. Spritzer Zitrone.

Und so geht's:

1 Geschnittene Zwiebeln und Knoblauch in der Butter sanft andünsten. 4/5 der geschnittenen Pilze darin 5 Minuten dünsten, aber nicht bräunen. 

2 Hühnerbrühe aufgießen, 10 Minuten köcheln lassen, abkühlen und glatt pürieren. 

3 Die bissfest gegarten Risoni abgießen. Suppe aus dem Mixgerät in eine Kasserolle umfüllen, mit Salz und Pfeffer abschmecken. 

4 Sahne und Risoni einarbeiten, erneut erhitzen, Sherry einmontieren. Evtl. Spritzer Zitrone, Prise Cayennepfeffer oder Muskat. Kräuter nach Wahl und die restlichen Champignons (kross gebräunt) darüber geben.

Eine feine, pikante Angelegenheit, die den Übergang vom Sommer zum Herbst sehr leicht macht! 



Pilze sind weder Tier noch Pflanze

Zum Überleben brauchen sie Bäume und Sträucher. Sie sind aber auch nicht untätig. Einige Pilzarten versorgen Pflanzen im Gegenzug mit Vitalstoffen aus dem Waldboden oder halten diesen sauber, indem sie abgestorbenes Material zersetzen. Was wir auf in die Kasserolle schnippeln, ist nur ein kleiner Teil des Pilzes. Über sein Geflecht, das weit in den Untergrund reichen kann, führt er sich frische Nährstoffe zu.

Starkoch Jamie Oliver vermählt Pilze mit frischem Thymian, um den erdigen, nussigen Geschmack der Waldbewohner hervor zu kitzeln. Er bindet die etwas widerspenstigen  Thymianzweige zu einer Bürste und taucht diese in einen Mix aus Steinsalz, Weißweinessig, Limonenabrieb und Olivenöl. Damit bestreicht er die Pilze zärtlich, bevor er sie ins heiße Butterschmalz wirft und sanft vor sich hin schmurgeln lässt. Angerichtet gibt ihnen eine Glasur aus dem Marinadenrest, frischem Pfeffer und Limonensaft den feinen Schliff. 






Bildi: Fotolia.com #56125316 | Urheber: mediagram