Mittwoch, 26. Februar 2014

Mittwochssuppe: Wildkräuterrahm mit Gänseblümchen



Heute ist Mittwoch - heute gibt's Suppe!

Im Vorfeld der Fastenzeit schnallen wir den Gürtel etwas enger und essen gesund. Hildegard von Bingen hat diese Suppe für alle Lebenslagen empfohlen. In ihrer Zeit konnte man die Wildkräuter auch noch problemlos von Feld und Wiese pflücken, sie waren nur gedüngt mit dem Nektar der Bienen und dem Flügelhauch von Libellen (na ja, fast nur). Heute kann man Spitzwegerich, wilden Spinat, Sauerampfer, Brennnessel und Gänseblümchen immer noch am Wegesrand finden, aber suchen sollte man nicht in der Nähe einer vielbefahrenen Chaussee.

Wildkräuterrahm mit Gänseblümchen

Wir brauchen:

4 gute Handvoll frische Wildkräuter (Sauerampfer, Brennnessel, Spitzwegerich, rote Bete-Blätter, Rauke, Kresse, wilden Spinat, u.a.), Butter, 3 Möhren, 3 Kartoffeln, 1 Pastinake, 1,2 Schalotten, 2 L Gemüsebrühe (wer es kräftiger will, nimmt selbst gefertigte geklärte Hühnerbrühe), 1 Eigelb, Sauerrahm, Salz, Pfeffer, Spritzer Zitrone, Gänseblümchen.

Und so geht's:

1 Blätter abzupfen, waschen, fein hacken. Möhren, Pastinake, Schalotte und Kartoffeln schälen und klein schneiden. 

2 Schalotte in ordentlich Butter hell anschwitzen. Wildkräuter zufügen und kurz mit dünsten. Gehackte Wurzelgemüse und Kartoffeln dazu, aufwallen lassen. Mit 2 L Gemüsebrühe 30-40 Minuten köcheln lassen.

3 Pürieren zu einer cremigen Konsistenz, Sauerrahm mit einem 1 Eigelb verquirlen, einarbeiten.

4 Behutsam würzen mit Steinsalz, frischem weißen Pfeffer, Spritzer Zitrone. Schön ist auch eine Prise frischen Muskat, aber vorsichtig, damit der Kräutergeschmack nicht überdeckt wird. Muskat belebt und weckt die Sinne - Suppe erhitzen und kurz aufwallen. 

4 In vorgewärmte tiefe Teller füllen, mit frischen Gänseblümchen (essbar!) garnieren.



Die heilige Hildegard war offenbar eine sehr starke und vielseitig interessierte Frau mit Visionen und ausgeprägten Begabungen, die sie auch nutzte und so ihrer Zeit weit voraus war. Man könnte sagen - eine vor-moderne Powerfrau. Sie wirkte als Benediktinerin, Klostergründerin, Dichterin, Universalgelehrte und Beraterin bekannter Persönlichkeiten des 11. Jahrhunderts. Die erste Vertreterin deutscher Mystik hinterließ Spuren in Religion, Medizin, Musik, Ethik, Kosmologie, Dichtkunst – und in der Küche. Mit Gaben aus ihrem Klostergarten entwickelte sie Speisen, die sie als Teil der auf sie zurückgehenden Volksmedizin verstanden wissen wollte. Bedeutung für die gesamte Weltkirche erlangte sie durch Papst Benedikt XVI mit der Ernennung zur Kirchenlehrerin (Doctor Ecclesiae universalis).



Kochbuchtipp:
Kochen nach Hildegard von Bingen, Komet-Verlag
mit Rezepten, die der Moderne angepasst sind