Mittwoch, 24. August 2016

Mittwochssuppe: Scharfmacher aus Frankreich

Heute ist Mittwoch, heute gibt's Suppe. Nationalsuppe Frankreich II. Teil

Der Hochsommer will es noch mal wissen, die letzten Zuckungen einer durchwachsenen Saison treiben uns die Schweißperlen auf die Stirn! Jetzt wäre eigentlich eine geeiste Tomatensuppe klasse. Mit dem Schweiß verlieren wir allerdings auch Elektrolyte. Antioxidantien, Mineralien & Spurenelemente wie Schwefelverbindungen liefert vor allem die rote Zwiebel üppig. Mit einer kraftvollen Brühe vereint, bringt sie die müden Geister wieder auf Hochtouren. Mit tränentreibender Raffinesse ist sie fix erstellt und genauso schnell gelöffelt. Die hier vorgestellte Version wird nicht überbacken.

In Frankreich gehört diese französische Nationalsuppe zur Standardausstattung in den Küchen - die Zwiebelsuppe nach Art der Pariser Marktfrauen. "Der Bauch von Paris" (wie Emile Zola die Markthallen nannte) - Les Halles - sind längst Geschichte, die Zwiebelsuppe, die Nachtschleicher dort löffelten, wenn die Sonne aufging, ist längst im Olymp der Grande Nation angekommen.

Soupe à l'oignon parisienne


Wir benötigen:


3-5 mittelgroße feste Zwiebeln (oder 2 Gemüsezwiebeln), 4-5 EL Butter, 1 Glas trockenen Weißwein, 1 EL Mehl, Nelke und Lorbeerblatt, Salz, Pfeffer, 1 L Brühe (Rind oder Gemüse), knuspriges Baguette, 125 g Gruyère (gerieben), etwas frischen Kerbel. Und ein scharfes, rostfreies Messer.

Und so geht's:


1 Zwiebeln in Ringe schneiden, ggfs vorher. halbieren. In der erhitzten Butter etwas Zucker karamellisieren, Zwiebeln darin anrösten, mit Mehl bestäuben und noch mal 5 Minuten rösten. Dabei umrühren. 

2 Mit Weißwein und (lauwarmer) Brühe aufgießen, Lorbeer und Nelke zufügen, mit Salz und weißem Pfeffer abschmecken. 20 bis 30 Minuten köcheln lassen.

3 Ein bis zwei cm dicke, gebutterte Baguettescheiben im Ofen bei 150 Grad knusprig rösten. 

4 Suppe in tiefe Teller oder Schalen füllen, je ein, zwei Baguettescheiben darauf legen, mit fein geriebenem Gruyère oder würzigem Bergkäse bestreuen, mit Kerbel oder Petersilie dekorieren.


Tipp:

Zwiebelhälften in einem Mix aus Butter, Meersalz und Zucker mit der Schnittfläche nach unten karamellisiert und mit etwas Brühe gegart sind feine Begleiter für Rindersteak, Lamm- und Kalbskotelett und auf der Haut gebratenes Fischfilet (wie Lachs und Kabeljau). Pur und mit Saubohnen oder grünen Bohnen gemischt und mit Tomatenvierteln optisch aufgepeppt, ergeben sie ein fabelhaft schnelles und vitaminreiches vegetarisches Gericht. 


Soupe oder Potage ? Das ist hier die Frage!


Die "Soupe" stammt aus dem Mittelalter, als man zum Abendessen Brühe, Milch oder Wein über eine Scheibe Brot goss und gemeinsam verzehrte. Variiert mit Erbsen, Fenchel, Eiern, Senf und anderen bäuerlichen Lebensmitteln wurde die Soupe zum Grundnahrungsmittel der einfachen Leute. Die "Potage" trat später in die Küchengeschichte ein. Sie bezeichnet eine Suppe, bei der Gemüse im Topf (le pot) und mit Zutaten aus dem jardin potager (Gemüsegarten) geköchelt wurde. Sie ist vom Charakter her urbaner, klarer in der Brühe und tritt unter vielen Bezeichnungen auf. Am Hofe des Sonnenkönigs soll es für jeden feudalen Herren eine eigene Potage gegeben haben.


Bildmaterial:
Stocksnap.io
Foto Garten: Daria Nepriakhina
Foto Zwiebeln: Reise Kaffee Buch


Tags: Soupe, potage, Potage parisienne, Zwiebelsuppe Markthalle, Baguette, Zwiebel, 

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Sigrid Jo Gruner schreibt als MissWord! Content, Magazin, Pressetext, Publikation, als Ghostwriterin Reden, Artikel und Bücher. In Strategieworkshops entwickeln Unternehmen mit MissWord! stimmige Positionierungen, Kernaussagen, Business- und Imagetexte.