Sonntag, 29. September 2013

Sonntagsthema: Die Informations-Blase





Sie schlüpfen aus allen Kuckucks- und Straßeneiern, die selbst ernannten Experten für dies und das. Fast täglich locken Einladungen in Webinare, in denen mir gesagt wird, ich solle mir ein „passives Einkommen“ aufbauen. Mit einem Produkt, das keiner braucht, aber jeder will. Ein Buch zu schreiben, sei doch kinderleicht – einfach ein Nischenthema gesucht – und der Ratgeber für „Rauhhaardackelbesitzer in Süditalien“ oder „Linkshändige Golfspieler in Alaska“ ist schon fast lesefertig. (Ach ja?!) Bestsellerverdächtig sei auch „Wohin mit den Pfunden? - Ratgeber für gerade geschiedene kinderlose blonde Frauen über 40, die schon alles versucht haben und der Verzweiflung nahe sind“.

Wohl gemerkt, Ratgeberartikel, how-to-eBooks und Sachbücher sind prima! Wenn jemand was zu sagen und zu geben hat .. Im Informations-Hype der Jetztzeit hat sich aber eine Informationsblase gebildet die auch mal platzen könnte. (Wir erinnern uns kurz an 2008 und hoffen, dass dieses Datum kein Revival hat, auch wenn die Wahrscheinlichkeit dafür spricht). Im Überfluss an Daten und Informationen auf die wir immer umfassender Zugriff haben fällt es enorm schwer zwischen Wissen, Halb- und Viertelwissen zu unterschieden. Heiße Luft erkennt man allerdings meist rasch! Und Wissen, das den Tag nicht überlebt.

Selektion heißt das Zauberwort.

Die Kunst Erbsen zu lesen. Wenn jeder unglaublich viel, aber letztlich nicht viel Substanzielles weiß, was wird dann aus diesem Planeten?  Früher - in der internetlosen Zeit - holte man sich seine Informationen aus Bibliotheken, Nachschlagewerken, Archiven, Museen, Publikationen, Fachgesprächen (ja, man sprach noch miteinander), Vorträgen, Lesungen, Messen, Interviews mit fundierten Fachleuten, die sich bei der Fachwelt einen Namen gemacht hatten. Aus Buchhandlungen, Fachbüchern, Peergroups, Verbänden und Interessengruppen, Printmedien, aus dem Radio, sogar aus dem Fernsehen, in der sinnvollen Vernetzung mit Leuten, die ihr Handwerk verstanden – allesamt Wissensquellen. - Für einfache Themen und Gemüter schon mal aus der Rubrik „Fragen Sie Dr. Brinkmann“. Gut – so direkt und zeitnah konnte das natürlich nicht geschehen, aber es schien ja auch zu funktionieren. Die Welt drehte sich weiter.

Ganz schön Old School, sagen Sie? Ja, stimmt. Und auch wieder nicht. Ich bin manchmal etwas altmodisch. Und ich habe nicht vor, allzu viel daran zu ändern.



Samstag, 28. September 2013

Immer länger Jugendlicher?


Heißt erwachsen tatsächlich „reif für's Leben“?

Früher konnte es jungen Leuten nicht schnell genug gehen, erst mit 21, dann mit 18 wurden sie für reif genug gehalten, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen. Sie dürfen nun Auto fahren, Verträge abschließen, heiraten, sind geschäftsfähig ... Eine Studie * brachte es jetzt an den Tag: Das menschliche Gehirn ist erst mit 25 Jahren leidlich ausgereift (manche schaffen es nie;-)) und der Mensch benötigt diese Jahre dringend für seine biologisch-physiologische, mentale, psychisch-emotionale, politische, philosophisch-soziologische Entwicklung.  Das Strafrecht beherzigt dies zum Teil bereits. Bei Straftaten von Heranwachsenden zwischen 18 und 21 wird geprüft, ob der Entwicklungsgrad eines Erwachsenen tatsächlich vorhanden ist oder ob das Jugendstrafrecht in Ansatz gebracht wird.

Ist 25 wirklich das neue 18?

Junge Leute scheinen dies selbst intuitiv wahrzunehmen. Sie wünschen sich nach dem Abitur oder Abschluss ein, zwei Jahre Auszeit, um die Zeit der Adoleszenz auszudehnen und die Chancen dieser Welt nach Möglichkeit auszuloten. Zeit genug haben sie ja (hypothetisch gesehen), denn die allgemeine Lebenserwartung ist in den letzten 20 Jahren dramatisch angestiegen. Ein heute geborenes Mädchen darf sich auf 90 Lebensjahre und mehr freuen. Ein Jahr später das Studium abzuschließen oder sich für einen Beruf zu entscheiden ist also nicht wirklich von Belang. Klar, dass da auch andere Gründe mitschwingen – Unsicherheit, Angst lässt viele im kuscheligen Nest der Familie verweilen, obwohl sie eigentlich schon „fliegen“ könnten oder die Verwirrung, die eine überkomplexe Welt verursacht. Aber sind das nicht auch irgendwie Symptome von fehlender Reife? Denn Ängste gehören zum menschlichen Dasein und verlangen, dass man sich ihnen stellt.

Gebt ihnen Reifezeit!

Der moderne Erwachsene bildete sich im Mittelalter heraus. Vorher gab es zwar bereits dezidierte Altersabstufungen. Doch erinnern wir uns, dass bis ins späte Mittelalter nicht selten Kinder verheiratet wurden oder den Thron besteigen durften oder dass etwa das höfische Frankreich des 17. Jahrhunderts Dreijährigen gegenüber ein Sexualverständnis pflegte das wir heute als unsittlich erachten. Menschen alterten schneller und wurden früher erwachsen – weil ihre Zeitspanne, besonders von Frauen, deutlich begrenzter war.

Also – alles zurück auf 25? - Was meinen Sie?


* Quelle: http://www.spiegel.de/gesundheit/psychologie/erwachsen-erst-mit-25-statt-mit-18-laut-psychologen-a-924644.html#ref=nl-dertag


Donnerstag, 26. September 2013

So ein liebes Tierchen!

Tierliebe ist schön. Haustiere sind auch schön. Können Freude machen. Aber sind Tiger als Haustiere schön? Kommt auf den Versuch an! Sie machen brav Männchen, so lange, bis im Tiger das Raubtier erwacht - http://www.spiegel.de/panorama/familie-in-brasilien-lebt-mit-sieben-tigern-zusammen-a-924465.html#ref=nl-dertag

Mittwoch, 25. September 2013

Was macht authentisch?



Faszinierendes Storytelling

Authentizität verschafft Vertrauen. Menschen mit einer starken inneren Haltung wirken authentisch. Sie machen nicht jeden Hype mit und verbiegen sich nicht wegen einer kurzfristig lockenden Chimäre. Mainstream sagt ihnen nichts. Ihr inneres Potenzial geht mit der Wirkung, die sie ausstrahlen, überein. Das macht sie anziehend und erfolgreich. Auch Unternehmen müssen authentisch wirken, wenn sie eine nach außen wirksame Identität entwickeln wollen. Natürlich nicht durch Werbebotschaften, vielmehr durch die Story, die in ihnen schlummert. Wach küssen! Die Macht von Geschichten, die in unserem Kopf ein Feuerwerk an Bildern, Fantasien und Visionen entfachen, ist der Anker, den emotional unterfütterte Unternehmensbotschaften setzen. Vorausgesetzt: Sie sind stimmig und passen dem Unternehmen wie ein Handschuh aus Saffianleder.

Geschichten schreiben lassen, unter die Leute bringen - und schauen was passiert!


Sonntag, 22. September 2013

Sonntagsthema: Die Kunst Nein zu sagen

Vielleicht gehören Sie zu den Menschen, die von anderen gerne um einen Gefallen gebeten werden? Sei es im persönlichen Umfeld - die Kokospalmen auf Klaus' Dachterrasse gießen, solange dieser 4 Wochen Amazonas-Trekking macht. Aber es ist Hochsommer und Klaus hängt sehr an die lieben Pflänzchen.  Oder im Beruf - Kollege Manfred H. muss zum dritten Mal in Folge "früher weg" und Sie hängen wieder mal eine Überstunde an, um dessen liegengebliebene Bestellungen rauszuschicken - Alles ganz harmlos? Aber wenn  es sich herumgesprochen hat, dass Sie gerne mal aushelfen, könnte es bald sein, dass Sie zu Ihren eigenen Dingen nicht mehr kommen.

Nett und hilfsbereit zu sein, ist prima, aber man sollte dabei nicht die eigenen Babies opfern! Sagen Sie ungern Nein? Dann hilft Ihnen dies vielleicht weiter*:

Top 1)
Nein sagen: "Sorry, ich bin gerade selbst sehr beschäftigt". Basta. Sie müssen sich NICHT rechtfertigen.

Top 2)
Jemanden anderen vorschlagen, von dem man annehmen kann, dass er nicht so beschäftigt ist und helfen könnte.

Top 3)
Falls Sie immer ein bisschen schnell "Ja, gerne!" sagen, eine Bedenkzeit einbauen. "Ich bin mir nicht ganz sicher, ob ich dafür Zeit haben werde, aber ich werde Ihnen in einer Stunde, in einem Tag, in einem Monat Bescheid geben!" Das lässt Ihnen die Freiheit nachzudenken.

Top 4)
Ist es ein Bittsteller, dessen Anfrage man schlichtweg nicht ablehnen kann (Chef), handeln Sie sich mehr Zeitvorrat aus oder verpflichten Sie sich nur für einen Teil der Aufgabe. Das ist kein Gesichtsverlust und gibt Ihnen Spielraum.

Aber wie verhalten wir uns, wenn wir zu uns selbst "Nein" sagen müssen?

Gesetzt den Fall, Sie nehmen sich vor, am morgigen Montag vormittag als allererstes die leidige Buchhaltung zu erledigen, damit Sie von dieser Last befreit locker in die Woche starten und sich netteren Aufgaben zuwenden können? - Aber die Versuchung, schnell mal die Mails zu checken, das dort vorgeschlagene Video anzugucken, die Nachrichtenportale abzugrasen oder den witzigen Magazinbeitrag zu lesen ist groß. Dann kann passieren, dass der Nachmittag bereits in den Feierabend übergeht und die Buchhaltung .. Sie ahnen es. Zwei Tipps:

Top 1)
Belohnen Sie sich, wenn Sie morgen vormittag die lästige Buchhaltung als allererstes erledigt haben - womit bleibt Ihnen überlassen. Aber es muss ein starker Anreiz sein. Am besten lassen Sie die für Sie attraktive Belohnung von einer anderen Person verwalten.

Top 2)
Wenn Sie merken, dass die Buchhaltung den Kürzeren ziehen könnte, beginnen Sie mit einer Beschäftigung, die Sie noch weniger gerne erledigen als Buchhaltung - das Abflussrohr reinigen oder die Garage schrubben - dann wird das Spiel mit den Zahlen für Sie urplötzlich einen ganz eigenen Charme entwickeln und Sie flüchten an den Schreibtisch ..

* Weitere Tipps bei Jürgen Wolff, Brainstorming. (Newsletter beziehbar über  <j4london@aol.com>)

Samstag, 21. September 2013

Alles auf Start - Home, Heimat oder was?


Oft höre ich: „Schreiben Sie uns doch einen kurzen Startseiten-Text. Da sollte natürlich alles drin sein Aber wie gesagt – kurz, denn - wer liest schon noch .." Dann antworte ich, dass der Startseitentext nur unbedeutend weniger Aufwand macht als die ganze Website. Die Startseite enthält die Quintessenz und das bedeutet: Einlesen, recherchieren, reflektieren. Die Gesamtheit im Blick haben. Die Kernaussage formulieren. Konzipieren. Subsumieren. Strategie entwickeln. Schreiben. Überarbeiten. Endredigieren. - Das volle Programm. Klar, angeblich kommen 80 Prozent der User auf Unterseiten an. Aber früher oder später klicken sie auf die Startseite. Und dort sollte das stehen, was sie am meisten interessiert: Bin ich hier richtig? Soll heißen: Wird hier mein Problem gelöst oder nur heiße Luft abgeblasen? Wie komme ich rasch in Kontakt? Welchen Benefit erhalten ich? - Immer daran denken: Auf der Startseite aus der Sicht der User denken! Und die Suchmaschinen nicht vergessen. (Dazu demnächst).

Sonntag, 15. September 2013

Sonntagsthema: Öfters mal ne Auszeit!

Kennen Sie das noch selbst oder vom Hörensagen? Bis in die 1990er Jahre hinein war der stereotype Satz in deutschen Familien, wenn der Nachwuchs die Eltern mit unkonventionellem Verhalten oder unbotmäßigem Widerspruch nervte: "Leiste du erst mal was!" oder auch "So lange du deine Füße unter meinen Tisch ..!", was aufs Gleiche herauskam. Nämlich: Das Postulat, sich seine Position in der Gesellschaft und das Recht sich so zu benehmen wie man es selbst für angemessen hielt mit Leistung zu erkaufen. Das klang nach harter Arbeit, was es in der Regel dann auch war. Schuften als Existenzberechtigung? - Heute ist Leistung mit anderen Konnotationen verbunden: Leistung ist auch Lust, Ansporn, ein Vehikel, über das wir uns in gewissem Sinne auch definieren und Leistung erlaubt es (in der Regel) sich etwas leisten zu können. Wie viel? Der eine braucht mehr, der andere weniger. Nicht jeder hat Lust, sich ständig auf der Überholspur zu bewegen, sondern genießt es, auch mal auf den Standstreifen zu pausieren, bis er sich wieder in den fließenden Verkehr einfädelt. Eine Auszeit nehmen - das muss nicht zwingend ein offizielles Sabbatical sein, das ist ja auch schon wieder eine Art Leistung.

Die Alternative: Kleine Auszeiten. Sie helfen sich neu zu zentrieren und die Dinge in sich selbst ins Lot zu bringen. Öfters mal ne Auszeit und dafür auf die 3-Wochen-Kreuzfahrt oder den Abenteuerurlaub in den Rockys verzichten. Kleine Fluchten klären Kopf und Seele. Zum Beispiel in eine der vielen Ecken des Landes, an denen sich die Touristen nicht knubbeln. In der Rhön gibt es einen Landschaftspunkt, an dem Hessen, Bayern resp. Unterfranken und Thüringen zusammenstoßen. Da sind Schafe, grüne Weiden, rauschende Wälder, weite Blicke, sanfte Kuppen, die angeblich beste Luft Deutschlands und Bäckereien, die noch wissen wie man echten Sauerteig anrührt. Aus diesem backen sie dann 3 verschiedene Brote, eines pur, eines mit Kümmel und Anis, eines mit Walnüssen. Basta. Man genießt Regionales aus artgerechter Tierhaltung und ökologischem Anbau und Köstliches von den Weinbergen Mainfrankens, hält die Nase in den Wind und freut sich wenn über der Wasserkuppe Segelflieger ihre Bahnen ziehen. Langweilig? Ja, gewissermaßen. Lange Weile haben ist die beste Relax-Methode, die ich kenne.

Donnerstag, 12. September 2013

Die Wahl ist gelaufen!

Heute mal ein bisschen Klatsch - wen halten Sie für die deutschen Politiker mit dem höchsten Sex-Appeal? Grün und Links müssen sie sein. Schauen Sie hier : http://www.mmnews.de/index.php/politik/13954-wagenknecht-trittin-sexy

Mittwoch, 11. September 2013

Apple - Immer für eine Überraschung gut

Apple demonstriert Markentreue, verzichtet aber auf enorme Marktanteile in Asien: http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/guenstigeres-modell-iphone-c-apple-will-luxus-bleiben-1.1767681. Wie sehen Sie das?


Dienstag, 10. September 2013

Auf geht's zum Oktoberfest!

Ab dem 21.9. geht's in München wieder zur Sache: Wenn Sie jetzt noch auf der Suche nach dem garantiert geschmackigen Dirndl sind, schauen Sie mal hier: Karl Lagerfeld hat zugeschlagen. http://luxus.welt.de/fashion/trends/extravagante-dirndl-fuer-die-wiesn. Schnell bestellen - ?

Doch auch die übrigen Dirndl, die auf luxus.welt.de vorgestellt werden, haben ihren besonderen Charme, der nicht zuletzt im Preis liegt. Dabei geht's ja auf der Wies'n nicht immer nur nach Schönheit, wenn die Zelt-Türsteher Gesichtskontrolle machen, aber einen Schnappschuss in der Klatschspalte des führenden Boulevardblattes lässt sich frau auch mal 3.000-4.000 Euro kosten - für ein Gewand, das frau vermutlich nur einmal trägt. - Oans, zoa, g'suffa!