Sonntag, 22. September 2013

Sonntagsthema: Die Kunst Nein zu sagen

Vielleicht gehören Sie zu den Menschen, die von anderen gerne um einen Gefallen gebeten werden? Sei es im persönlichen Umfeld - die Kokospalmen auf Klaus' Dachterrasse gießen, solange dieser 4 Wochen Amazonas-Trekking macht. Aber es ist Hochsommer und Klaus hängt sehr an die lieben Pflänzchen.  Oder im Beruf - Kollege Manfred H. muss zum dritten Mal in Folge "früher weg" und Sie hängen wieder mal eine Überstunde an, um dessen liegengebliebene Bestellungen rauszuschicken - Alles ganz harmlos? Aber wenn  es sich herumgesprochen hat, dass Sie gerne mal aushelfen, könnte es bald sein, dass Sie zu Ihren eigenen Dingen nicht mehr kommen.

Nett und hilfsbereit zu sein, ist prima, aber man sollte dabei nicht die eigenen Babies opfern! Sagen Sie ungern Nein? Dann hilft Ihnen dies vielleicht weiter*:

Top 1)
Nein sagen: "Sorry, ich bin gerade selbst sehr beschäftigt". Basta. Sie müssen sich NICHT rechtfertigen.

Top 2)
Jemanden anderen vorschlagen, von dem man annehmen kann, dass er nicht so beschäftigt ist und helfen könnte.

Top 3)
Falls Sie immer ein bisschen schnell "Ja, gerne!" sagen, eine Bedenkzeit einbauen. "Ich bin mir nicht ganz sicher, ob ich dafür Zeit haben werde, aber ich werde Ihnen in einer Stunde, in einem Tag, in einem Monat Bescheid geben!" Das lässt Ihnen die Freiheit nachzudenken.

Top 4)
Ist es ein Bittsteller, dessen Anfrage man schlichtweg nicht ablehnen kann (Chef), handeln Sie sich mehr Zeitvorrat aus oder verpflichten Sie sich nur für einen Teil der Aufgabe. Das ist kein Gesichtsverlust und gibt Ihnen Spielraum.

Aber wie verhalten wir uns, wenn wir zu uns selbst "Nein" sagen müssen?

Gesetzt den Fall, Sie nehmen sich vor, am morgigen Montag vormittag als allererstes die leidige Buchhaltung zu erledigen, damit Sie von dieser Last befreit locker in die Woche starten und sich netteren Aufgaben zuwenden können? - Aber die Versuchung, schnell mal die Mails zu checken, das dort vorgeschlagene Video anzugucken, die Nachrichtenportale abzugrasen oder den witzigen Magazinbeitrag zu lesen ist groß. Dann kann passieren, dass der Nachmittag bereits in den Feierabend übergeht und die Buchhaltung .. Sie ahnen es. Zwei Tipps:

Top 1)
Belohnen Sie sich, wenn Sie morgen vormittag die lästige Buchhaltung als allererstes erledigt haben - womit bleibt Ihnen überlassen. Aber es muss ein starker Anreiz sein. Am besten lassen Sie die für Sie attraktive Belohnung von einer anderen Person verwalten.

Top 2)
Wenn Sie merken, dass die Buchhaltung den Kürzeren ziehen könnte, beginnen Sie mit einer Beschäftigung, die Sie noch weniger gerne erledigen als Buchhaltung - das Abflussrohr reinigen oder die Garage schrubben - dann wird das Spiel mit den Zahlen für Sie urplötzlich einen ganz eigenen Charme entwickeln und Sie flüchten an den Schreibtisch ..

* Weitere Tipps bei Jürgen Wolff, Brainstorming. (Newsletter beziehbar über  <j4london@aol.com>)