Donnerstag, 6. Juni 2013

Vertrauensverlust bei Food - nur eine vorübergehende kleine 'Panik?

Unsere Nahrung erhält uns am Leben, und dies möglichst gesund. Aber immer öfters gibt es Anlässe sich über die Foodindustrie aufzuregen. Das ist nicht neu - früher waren es Maden im Fisch, BSE oder die Schweinegrippe, heute sind es untergeschobenes Pferdefleisch, Keimschleuder Salat, Bio-Eier, die bio nur vom Hörensagen kennen, Gammelfleisch, das mehrere Tausend Kilometer Fernreise hinter sich hat. 

Von den vielen unbekannten und nicht ins Licht der Öffentlichkeit gezerrten Skandälchen mal ganz abgesehen - allein, dass wir bei Fertiggerichten Zucker, Geschmacksverstärker und Konservierungsstoffe untergejubelt bekommen, bei Pizzakäse und Fruchtjoghurt Surrogate und bei Kochschinken Pressfleisch aus zweifelhafter Herkunft und beim Hühnchen .. na, das wollen wir vielleicht jetzt besser gar nicht so genau wissen - Die Foodindustrie, die noch 2009 als Spitzenreiter im Vertrauensindex der TNS Emnid galt, ist dabei ihren Bonus zu verspielen. 

Sicherlich ist die Sicht des Verbrauchers subjektiv,  gerät der einzelne Skandal schnell zu groß dimensionierter Panikmache - Auf dem GPRA-Vertrauens- und Sympathieindex ist die Foodindustrie in Relation zu den weiteren starken Branchen Auto, Gesundheit, IT, Verkehr, Chemie, Energie, Finanzen um 13 Prozent gegenüber 2012 zurückgefallen. Der heutige Spitzenreiter? Die Automacher. Die können wenigstens nicht beim Blech mogeln. 

Was besagt das auch? Krisen-PR ist angesagt, aber nicht nur Schönschreiben, sondern offen Fehlverhalten zugeben. Erkennen lassen, wie man es besser machen will. Glaubwürdig, ehrlich, verantwortungsbewusst. Dies überzeugt dann letztlich auch den Verbraucher. Der muss sich aber auch selbst fragen:

Warum kaufe ich geschnibbelten Salat in Plastik, wenn es doch marktfrische Gemüse gibt?
Warum verirren sich so oft poppig hergerichtete Fertiggerichte in den Einkaufskorb, wenn ich doch aus Pellkartoffeln, Matjes und roten Beeten eine wunderbare schnelle Mahlzeit zaubern kann'? Oder aus frischer Pasta mit Olivenöl, Parmesan, Pesto und Rucola? Aus Zucchini, Tomaten, Hack und Käse? Aus Kartoffeln, Blumenkohl, Hühnerbrühe und frischen Kräutern eine Suppe? Aus Fischfilet mit Oliven ein leckeres Ofengericht? Warum muss es gerade bei unseren Nahrungsmitteln billig, billiger, am billigsten sein?

In der Steinzeit hatten unsere Vorfahren gar keine andere Wahl als das, was sie rechts und links des Wegesrandes fanden oder mit der Keule getroffen wurde, sofort zu verzehren. Aber wir Heutige - wir haben die Wahl.