Sonntag, 19. Oktober 2014

Sonntagsthema: Viel bringt viel - stimmt das wirklich?

Die Herbstsonne lockt ins Freie - daher reicht's heute nur für einen Quickie!

Wie war gleich die Frage? Ach ja, bringt viel auch viel? Sie gilt für jeden Lebensbereich - selektieren oder wahllos konsumieren, akzeptieren, adaptieren? In der Überlegung welche, wie viele und wie geartete Kontakte über soziale Netzwerke, Medienarbeit, Unternehmensblog oder Content Marketing zu generieren empfehlenswert wäre, kann sie existenziell sein.

Wenn Sie mich fragen: Mehr Klasse wagen!


Zugegeben - macht mehr Arbeit, erfordert mehr Denke. Zielgruppenanalyse, Strategie und Reflexion gehen der Planung voraus. Wer profitiert am meisten von meinen Angeboten? Und warum? Wem habe ich etwas zu sagen und wem will ich zuhören? Unternehmen müssen sich diese Frage jährlich stellen und zwar lange bevor die eigentliche Jahresplanung ansteht.

Internet Marketer sehen das Heil in massenhaften Kontakten und holen entsprechende Tools aus dem Köcher, die als Folge den Begriff Kommunikation weitgehend ad absurdum führen. Für Consumer-Branchen mit schnelllebigen Produkten ist Masse wohl unabdingbar. Aus der klassischen Werbung kennen wir Streuverluste - Auch undifferenziert verbreitete Presse-News bleiben oft erfolglos in Zeiten, in denen immer weniger Redakteure mit immer beschränkteren Möglichkeiten unter immer höherem Zeit- und Kostendruck möglichst noch bessere Arbeit als früher leisten müssen. Wer hat da noch Zeit zum Lesen, Sichten, Recherchieren?

Doch wie schaut es bei Social Media Marketing aus? Beim E-Mail-Marketing? Bei Content Marketing, das sich durch die deutliche Fokussierung auf den Empfängernutzen von Werbung abhebt, aber dennoch "verkaufen" muss?

Reichweite im Hype des digitalen Zeitalters 


Sichtbar und vernehmbar zu sein ist das Postulat des Marktes. Die Kommunikationsmaschinerie läuft. Aber was bringt ein (nicht aktualisierter und nicht spezifizierter) Newsletter, der an 2000 Personen versandt wird, wenn ihn maximal 20% öffnen und nur 5% = 100 lesen? Von denen dann 10% reagieren? 10 mögliche Kundenreaktionen. Wenn er - weil wahllos ausgesandt - den Großteil der Adressaten aber eher nervt als erfreut? Was sich im Unterbewusstsein verankert.

Sind 999+-XING-Kontakte für den wichtig, der sich mit einer hoch qualifizierten Dienstleistung oder einem außergewöhnlichen Produkt an einen gut zu identifizierenden speziellen Kreis richtet? Was bedeuten 800 mühsam oder gegen Penunze erarbeitete Facebook-Kontakte, wenn man in Betracht zieht, dass diese genau genommen Facebook gehören und mit der Änderung der FB-Geschäftsregeln fix bedeutungslos werden können? Verschwendete Energie, die gezielter eingesetzt mehr Output bringen könnte.

Klare Kontur - klare Haltung!


Gerade Dienstleister, bei denen das Produkt untrennbar mit der Person verbunden ist, tun gut daran ihrer Haltung Kontur zu geben. Auch ein Gebrauchsgegenstand verfügt über eine Persönlichkeit, zumindest sollte er das, im Sinne von Markenidentität. Unternehmen und natürliche Personen haben das Potenzial zu einer Marke. Aber nicht jeder will es sein. Wenn ihn seine persönliche Prägung lieber im Mainstream der zahnlosen Waller, großmäuligen Karpfen und durchsichtigen Stichlinge schwimmen lässt, ist das auch in Ordnung. Solange er dabei nicht vom Hecht gefressen wird.

Das Ziel im Fernrohr


In einer fragmentierten modernen Gesellschaft kann die Haltung im Zusammenspiel von Bürger, Staat und Gesellschaft stabilisierend wirken. Im Haifischbecken von Markt, Wettbewerb und Profit auch. Wer hier Profil zeigt, fällt aus der Masse heraus. Und umso spezifischer, desto erfolgreicher der Zieleinlauf.

Zurück zur Eingangsfrage:

Also dann eher die richtigen als viele Kontakte, Kunden, Freunde, Fans, Partner? Viele richtige? Oder doch so richtig viele? - Ach wer weiß das schon so genau! :-)