Sonntag, 12. Mai 2013


Folge 4 & (vorläufiger) Schluss:

.....Der Schmächtige schluckte, schwieg lange, vor sich hinblickend, seine Hand um die Klinke gekrampft. So lange, bis es Max direkt unheimlich wurde und er verlegen nachhaken wollte, als der kleine Mann den Mund öffnete und mehr hauchte als antwortete: „Mathilde.. meine Frau.. meine Frau ist gestern verstorben. Es kam ganz plötzlich.“ Er sah wieder zu Boden. Dann setzte er nach, mehr für sich: „Ja, sehr plötzlich.“
Max spürte erst einmal gar nichts. Er sah dem Kleinen ins gefurchte Gesicht und dachte: „Das ist ein Traum. Nur schnell weg hier.“ Aber seine Füße waren wie in den Boden gestampft und gehorchten seinem Kopf nicht mehr. Dann fühlte er, wie ihm die Kehle zufror. Er knöpfte seinen Mantel zu, griff mechanisch nach den Handschuhen, die er ordentlich in den Taschen verstaut hatte, und wandte sich wortlos ab. Der Kleine rief ihm mit sich plötzlich überschlagender Stimme nach: „Kannten Sie Mathilde? – Die Beerdigung ist übermorgen .. in St. Martin..“ 
Max ging durch die Stadt wie ein Automat, er überquerte Plätze und durchspannte die Einkaufszone, aber er nahm nichts wahr. Man hätte ihn pieken, seinen Daumen mit einer Flamme reizen können, er hätte nichts empfunden. Wie zufällig kam er an den Steinplatz in der Nähe des Rotlichtviertels. Als er die Tür zur Videothek öffnete, straffte sich seine Gestalt.

Zu Hause auf dem Sofa war alles wie gehabt. Die Kirschpralinen, der Sekt, das Dämmerlicht. Bevor Max die erste Kassette einlegte, ging er ins Schlafzimmer und kramte in allen Schubladen, bis er das Gesuchte gefunden hatte. Vor dem Wandspiegel steckte er sich mit zittrigen Fingern den Trauerflor ins Knopfloch seiner Weste. Endlich kam ein tiefes Blubbern aus seinem gepolsterten Inneren. Die Bilder flimmerten wie immer, aber Max weinte.
Von da an verwandte Max nicht mehr viel Aufmerksamkeit auf sein Äußeres. Man sah ihm das nach, denn Max war eben alt und in mancher Hinsicht ein wenig nachlässig.


Liebe Leser:

Tja, leider kein Happy ending - aber ich schau mal, dass ich den Schluss abändere. Oder haben Sie eine Idee für einen glücklicheren Abschluss? Was könnte passiert sein, dass Mathilde nicht wie üblich zum Filme gucken zu Max kommt? Hat sie einen neuen, mit dem sie Filme guckt? Oder ist sie über Nacht ausgewandert und hatte ihren Vorrat an videos mitgenommen? Oder hat ihr Mann alles entdeckt und hält sie nun im Keller gefangen? Oder ... oder ... Schreiben Sie mir Ihren Schluss im Kommentar!